Aktuelle Ausstellung


Zeit - Raum - Wandlungen - DIII
Serigrafie/Aquarell/Radierung/Fotomontage, 1982

vom 22.04. - 17.06.

Peter Sylvester (Saalfeld / Leipzig)


Er war ein interplanetarischer Raumvermesser, der uns schon zu Mauerzeiten bewusst gemacht hat, dass der RaumBegriff relativ ist und sowohl den Mikro- als auch den Makrokosmos einschließt: Dass unsere Heimatzelle zwar scharfe Konturen hat, aber keine Grenzen. Dass Nah- und Fernblick zwar unterschiedliche Dimensionen eröffnen, aber immer dieselbe Welt meinen. Dass sich mit Nähe und Weite die Räume wandeln und jeweils andere Horizonte sich auftun. Dass Welt im Fernrohr anders erlebbar wird als im Guckkasten. Dass ihre Bewohnbarkeit immer infrage steht. Dass wir bei jeder Betrachtung die Historie und die Erdgeschichte mitsehen, ihre Verläufe, Schichtungen, Verkantungen, Verwerfungen. Dass die Abwesenheit des Menschen – selbst in seinenbfrühen örtlichen Menschenwelten – auch zu schmerzen vermag.
So geriet ihm die Optik immer televisionärer und wenn er unseren Planeten meinte, auch kritischer. Die Sorge um ihn, diese Winzigkeit im Pluriversum, auf dem wir nur eine vernachlässigbare Erscheinung sein können, wurde ihm mehr und mehr bewusst, sein Blick wurde skeptischer, die Angst bohrender. Die Urkräfte, denen der Mensch ausgesetzt
ist, immer bedrohlicher.
Er eroberte sich hierzu neue Techniken – einst angeregt von Fotos mit der Multispektralkamera oder von Entdeckungen mit dem Elektronenmikroskop, um daraus neue Realitäten und Fiktionen Bild werden zu lassen.
Nichts hat ewigen Bestand. Alles ist dem Prozess fortlaufender Veränderung unterworfen. Das ist eines von Sylvesters Hauptthemen. Daher der Titel der Ausstellung „Zeiträume – Wandlungen“.

Dr. Maren Kratschmer-Kroneck

 

Image II
Computersequenz/Serigrafie, 1992

Designelement-leeres Bild
 

Schichtungen
Aquatinta/Radierung, 1967

Designelement-leeres Bild