Biografie:

1958 in Bernsbach/Erzgebirge geboren
1976  Abitur in Aue
1976-81 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1981 Diplom bei Prof. Gerhard Kettner
seit 1981 freiberuflich in Dresden seit 1989   Mitglied der Dresdner Sezession 89
seit 1990  freiberuflich in Dresden und Nürnberg
1996  Philip-Morris-Stipendium in Moritzburg

Personalausstellungen u.a. in Berlin, Bonn, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Gera, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart, Walbrzych und Zobten

Ausstellungsbeteiligungen in Frankreich, Polen, Russland, in den Niederlanden und der Schweiz Messebeteilgungen an Art Basel, Art Cologne, Kunstmarkt Dresden und Art Frankfurt Werke in öffentlichem Besitz in Dresden, Köln, Leipzig und Potsdam

Gudrun Trendafilov

In den Achtzigerjahren trat - parallel zu den "jungen Wilden" - selbstbewusst eine junge Generation von engagierten Künstlerinnen in die Kunstgeschichte. Namen wie Hampel, Lepke oder Trendafilov, später bekannt als Dresdner "Sezessionistinnen", verbreiteten Aufsehen und machten Schule. Das Weibliche wurde von ihnen zur Domäne erklärt. Die Gefühlswelt wurde intensiv und extensiv zum wichtigsten Thema und per Bild und Zeichnung mit selbstverständlichem Selbstverständnis herausgestellt. Die Sinnlichkeit erhielt eine neue, weibliche Dimension.
GudrunTrendafilov bringt ihre Intentionen unverstellt in die Kunstszene ein. Sie denunziert kompromisslos gefällige Klischees, fokussiert expressiv die oft idealisierten Beziehungsmechanismen und exhibiert ekstatisch weibliche Anatomie und Körperlichkeit. Alles bislang Intime wird kraftvoll offen gelegt.
Doch vielleicht steckt hinter solchem Aktionismus auch so etwas wie ein heimliches Verlangen nach der blauen Blume, vielleicht stecken in ihm auch die Seelenschreie einer abrupt die Welt aufbrechen wollenden Rebellin, die ein Opferdasein nicht länger zu erdulden vermag und nun orgiastisch ihre Sehnsuchtshäute sprengt.
Eine Kunst, die Beunruhigung stiften will, die aber Trieb und Leid gleichermaßen akzeptiert, die im Aufbegehr die Hingabe einschließt und dabei nach immer neuen medialen Möglichkeiten für weibliches Lebensgefühl sucht, es fest macht in Mythen wie Frau mit Pflaume, Frau mit Schwanz, mit Zunge, Stacheln, Fisch und Ratte. Wie da das Wundersame ekstatisch aus Körpern und Gesichtern quillt und ambivalente Reaktionen provoziert!

Dr. Maren Kroneck


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